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Freitag, 2. Oktober 2009

Die Entdeckung meiner Kindheit

All my little duckies, swimming on the sea, swimming on the sea
headies in the water, tailies in the air.


Neben der (Wieder-)Entdeckung meiner Kindheit auf australischen Spielplätzen samt wippen, schaukeln und klettern, was alles erstaunlicherweise immer noch total viel Spaß macht, kenne ich mittlerweile auch alle Kinderlieder wieder auswendig. Vor allem bin ich jetzt schon richtig gut im Übersetzen von deutschen Kinderliedern in die englische Sprache.
Während ich am Anfang dann eher noch wortwörtliche Übersetzungen gewählt hab, fang ich mittlerweile schon an, das ganze auch im Reimschema zu übersetzen, damit es auch zu den Noten passt. Und ich baue schön australischen Slang mit ein, denn damit lässt sich das Nichtpassen der Silben sehr leicht überwinden...


Hänsel and Gretel got lost in the forest
It was so dark and also bloody cold
They arrived to a gingerbread house
Who's gonna be the owner of that house

Hu, hu, there's an old witch looking around!
Luring the children in her gingerbread house
She seemed to be friendly, oh Hänsel, what danger
She wants to roast him brown in the oven

But while the witch is looking in the oven
Gretel pushes her inside
Now the witch will be roasted, the children are going home
That's the end of Hänsel and Gretel's fairytale


Das ist meine Übersetzung des Tages und ich war total stolz auf mich... Daher verbitte ich mir jegliche Kritik an meiner Übersetzung :) Immerhin wusste ich was Pfefferkuchen auf Englisch heißt, leider kann ich mich nicht erinnern warum, aber it popped up in my mind ('tschuldigung, weiß echt gerade nicht, wie man das auf Deutsch sagt) in dem Moment, in dem ich es brauchte.

Übrigens war Allegras Kommentar hierzu "Then Gretel is the heroine of the story!"

Mittwoch, 16. September 2009

Oh Christmas tree

Da mich schon mehrere von euch gefragt haben, warum ich nur ganz selten über meine eigentliche Arbeit als Au pair und somit fast nur über meine Wochenendausflüge und sonstige Außergewöhnlichkeiten schreibe, werde ich heute das mal nachholen.

*gähn*

Das ist so ungefähr das Wort, das meinen Alltag hier richtig beschreibt. Nichts besonderes, sondern nur die alltägliche Routine, wie es sie in jedem Haushalt gibt. Ich stehe morgens meist so um sieben auf, manchmal wird es auch ein wenig später, und fange dann um 7:30 an zu arbeiten. Das bedeutet, dass ich Allegra wecke und dann ihr Frühstück zubereite. Während sie frühstückt räume ich dann die Geschirrspülmaschiene aus; gucke, ob Wäsche gewaschen werden muss und mache es dann auch gegebenenfalls; mache ihr Bett und schließlich bereite ich dann ihre lunch box inklusive morning tea (hat nichts mit Tee zu tun) vor.
Inara ist zu diesem Zeitpunkt schon lange aus dem Haus und meine Gastmutter fährt auch meistens so zehn Minuten, Viertel Stunde nachdem ich gekommen bin.
Meist fahren wir dann um 8:30 los zur Schule, der Weg dauert etwa 8-10 Minuten (wenn die Straße frei wäre, würde man es wohl auch in drei schaffen ;)). Wenn ich dann wieder zu Hause bin, hab ich frei.
Ab und an treff ich mich mit einem anderen Au pair oder schau, dass ich hier in der Nähe was anderes mache - ist meist nicht so wirklich erfolgreich, da es hier nicht soooo viel gibt, aber irgendwann will ich nochmal in den ice rink, der so etwa 10 Kilometer von hier entfernt ist ;)

Um zehn vor drei fahr ich dann wieder zur Schule, um Allegra abzuholen. Wenn wir wieder zu Hause sind, liest sie entweder, schaut ein bisschen Fernseh, spielt Computer oder wir gehen raus in den Boronia Park, wo ich seit ein paar Wochen die Freuden meiner Kindheit wiederentdecke - schaukeln, rutschen, wippen, klettern... Übrigens gibt es hier EXAKT die gleichen Spielgeräte wie in Deutschland! Muss irgendwann mal schauen ob sie Made in Germany oder Made in Australia sind, aber wahrscheinlich kommt dann eh raus, dass sie Made in China sind.
Wenn wir dann zu Hause sind, fang ich um fünf an, das dinner vorzubereiten. Eine ziemlich schwere Angelegenheit, da die beiden ziemlich wählerisch darin sind, was sie essen... Nach dem dinner werden dann die Hausaufgaben gemacht und/oder gespielt. Meistens kommt meine Gastmutter dann irgendwann zwischen 6:30 und 7:30 pm nach Hause und dann hab ich frei ;)

Heute ist ein besonderer Tag, denn Allegra ist krank... Deshalb sitze ich seit 7:30 jetzt hier und hab mir schon Hannah Montana, The Suite Life, Wizards of Waverley Place und noch vieles mehr reingezogen - Disney channel is just awesome! Momentan versucht sie ein wenig zu schlafen und ich hab noch einen Wäschkorb ironing vor mir ;)

Ansonsten komme ich eigentlich ziemlich gut mit den beiden zurecht. Von Zeit zu Zeit haben Inara und ich mal einen kleinen fight, da sie meint, dass sie nicht hören müsse und doch schon viel zu alt sei, das jemand ihr was sagt (Pubertät ahoi!), aber dann ist sie auch wieder total süß und lernt gerade auf dem electric piano deutsche Weihnachtslieder für mich.
Was übrigens teilweise sehr lustig sein kann, wenn sie mich fragt, was das denn so übersetzt heißt. "Woas heißt 'O Tah-nen-baum'" - "Mhh, 'Oh Christmas tree'?!" Ihr meint, dass hört sich schon minimal bescheuert an?! Dann versucht mal "Morgen Kinder wird's was geben" oder "Süßer die Glocken nie klingen" zu übersetzten oder - da das Buch auch andere deutsche Kinderlieder beinhaltet - den Sinn hinter "Drei Chinesen auf dem Kontrabass/Dra Chanasen aaf dam Kantrabass" zu erklären...

Freitag, 3. Juli 2009

Jammern auf hohem Niveau

Ich glaub ich bin nach noch nicht einmal einer Woche schon richtig australisiert, denn ich jammere über das Wetter. Es ist kalt! Ich kann man noch genau daran erinnern, wie ich mich vor ein paar Tagen über die Aussies lustig gemacht hab, die meinten, dass es ach so damn bloody cold sei und heute muss ich ihnen recht geben. Wir haben bekanntlich gerade tiefsten Winter und es sind dreizehn Grad...
...okay, ich geb zu, dass das in Deutschland seltsam klingen mag und jeder denken wird, 13°C im Winter?! Das sind bei uns normale Frühlings- und Herbsttemperaturen, aber hier ist das nunmal anders. Und das Problem ist gar nicht, dass es draußen so bloody cold ist, sondern dass es keine Heizung gibt, da man das ja eigentlich nicht braucht bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 17,4°C. Deshalb gibt es hier nur Heizlüfter und neben die muss man sich schon setzen, damit es schön warm wird.

Und nun zu den wirklich wichtigen Dingen, die sich ereignet haben. Ich habe eine Gastfamilie! Ich wohne jetzt in Epping, NSW (nicht in Eastwood, wie ich es einigen Leuten fälschlicherweise gesagt hab, die Eastwood railway station ist nur einfach näher an dem Haus, in dem ich wohne).
Nun bin ich das stolze Au Pair einer alleinerziehnden Mutter namens Deirdre und ihren zwei superlieben Töchtern Inara (12) und Allegra (10). Die drei wohnen in einem für australische Verhältnisse relativ altem Haus (gebaut in den 1920er Jahren) und ich wohne in einem kleinen Apartement mit Bad und Küche in ihrem Garten.
Nachdem ich die Familie vorgestern getroffen habe und es auf Anhieb gestimmt hat, bin ich gestern Abend hier eingezogen und habe momentan meinen ersten Arbeitstag. Heute Morgen hab ich dann mit Deirdre Allegra zur Schule gebracht und nun warte ich bis Inara aufsteht, denn sie hat schon Ferien (die liegen hier von Schule zu Schule ein wenig unterschiedlich).

Heute Nachmittag gibt's dann die erste Lektion in feeling like a ghostdriver und ich hab schon ein wenig Respekt. Deirdre meinte vorin zu mir, dass das eigentlich gar nicht so schlimm wäre, es wäre einfach nur alles the other way round. Na dann... Falls ihr nichts mehr von mir hören solltet und ich in einem Jahr auch nicht wieder in Deutschland ankomme, dann bin ich wohl im nicht vorhandenen Straßengraben gelandet.

Übrigens... Deirdre spricht Deutsch ;) Sie hat, als sie in meinem Alter war, auch mal in Deutschland gelebt und das kann manchmal echt hilfreich sein... Vor allem dann, wenn man nicht weiß was pneumonia ist - dadurch hab ich es nämlich erst mitbekommen.

Ansonsten gibt es hier noch ein paar Bilder von Sydney... Zum Vergrößern einfach drauf klicken ;)

Opera House (view from Harbour Bridge)

Harbour Bridge

Opera House & Harbour Bridge (view from Royal Botanic Gardens)

Balmoral Beach