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Montag, 29. März 2010

Tik Tok oder 19 - 10 = 10


Ich habe nie vermeintlich, dass die Mathematik nicht gerade meine Stärke ist und auch wenn ich seit ich in Australien bin schon einige Male darüber diskutieren musste, dass 3 x 9 auch wirklich 27 und 8 x 8 = 64 sind, dachte ich heute, dass mich doch alle Mathegeister verlassen hätten.
Neben der australischen Uhrzeit (AEDT) zeigt mein Computer nämlich auch sowohl die Mitteleuropäische als auch die Westeuropäische Zeit an, dennoch rechne ich in den meisten Fällen einfach selber und in der Regel kommen mein Laptop und ich auch auf das gleiche Ergebnis.
Ich rechnete einfach wie die vergangenen sechs Monaten meine Zeit minus zehn Stunden um auf die deutsche Uhrzeit zu kommen, da mir ja keiner gesagt hat, dass ihr die Zeit umstellt, doch eh ich das erst mal herausgefunden hatte, gab es schon so ein paar mehr Sekunden, in denen ich mich fragte, ob mich die Stunden in der australischen Sonne schon so doof gemacht hatten, dass ich noch nicht mal mehr einfache Additions- und Subtraktionsaufgaben rechnen kann.
Dass ich von Kurz-Division keine Ahnung hab, geb ich jedoch offen zu - ehrlich gesagt hatte ich davon vor Australien noch nie was gehört...

Freitag, 20. November 2009

We hit the 40's

Heute darf ich stolz berichten, dass es zum ersten Mal, seitdem ich in Australien bin, über 40°C warm waren, was wohl so ziemlich die höchste Temperatur ist, die ich jemals erlebt hab...
Wobei ich ja sagen muss, dass eine Viertelstunde mit dem Auto vor der Schule warten oder auch bügeln bei dem Wetter nicht so richtig Spaß machen. Mittlerweile hat es sich auch schon wieder abgekühlt, denn der thunderstorm war schon um 16 Uhr da. Denn so lange man weiß, dass es sich am Abend wieder abkühlt, sind sogar 40° erträglich. Schlimm wird es, laut meiner Gastmutter, erst, wenn man eine Woche lang über 40° hat, die Luft voller Asche durch bushfires ist und kein Gewitter in Sicht. Seit ich hier bin hat sich übrigens auch meine Ansicht von Gewittern geändert, denn in Deutschland gibt's dazu ja auch immer jede Menge Regen; in Australien dry lightening und daher die Buschfeuerwarnung für New South Wales, Victoria und South Australia 'catastrophic'.

But no worries mates, ich geh bei dem Wetter noch für zwei Tage in den Busch wandern - das wird ein Spaß ;)

Montag, 16. November 2009

Slip, Slop, Slap

...heute das Gegenprogramm zu Svenja, die im Regen singt (Süße, ich find, dein rappen hört sich aber noch viel toller an ;)), denn in Australien wird's so langsam Sommer - endlich...



Bereits seit Anfang der 80er Jahre ist Slip (on a shirt), slop (on the sunscreen), and slap (on a hat) einer der, wenn nicht sogar der bekannteste Werbeslogan Australiens um auf das erhöhte Risiko von Hautkrebs aufmerksam zu machen, denn auch ohne das Märchen vom Ozonloch über Australien (das sich ausschließlich über der Antarktis befindet), knallt die Sonne doch mächtig vom Himmel und da heißt es einfach jeden Morgen nach dem Aufstehen: Sonnenschutzcreme 30 und dann erst in den Tag starten - keine Sorge, man wird trotzdem braun, allerdings sollte man mit dem Sonnenschutz auch wieder nicht übertreiben, weil sich sonst ganz schnell ein Mangel an Vitamin D einstellen kann. Also alles gar nicht so leicht down under.

Übrigens ist Sid the seagull auch im neuen Jahrtausend angekommen und lehrt australischen Kindern nicht mehr nur noch Slip, slop, slap, sondern jetzt auch seek (shade), and slide (on sunnies).



Übrigens hatte ich auch schon Sonnenbrand, und zwar an den bescheuersten Stellen, wie beispielsweise auf den Zehen meines linken Fußes (den rechten hingegen scheine ich ausreichend eingecremt zu haben) und momentan einen zwei Zentimeter breiten Streifen auf meinem Steißbein (irgendwie saß die Hose wohl tiefer, als ich dachte).

Dienstag, 3. November 2009

It's gettin' really hot down under


Heute war's hot (37°), um genau zu sein, ist es immer noch hot (35°) und das um 19:35. Aber da ist für die heißen Temperaturen eigentlich noch zu früh ist, erwartet uns heute Abend noch ein heftiger thunderstorm. Ab morgen sind dann wieder 22°C angesagt und chance of rain, was in Australien immer so viel bedeutet, wie entweder kommen drei Tropfen runter oder es regnet sich für drei Tage so richtig schön ein.
Wollen wir doch mal lieber ersteres hoffen, denn langsam will ich mal, dass der Sommer kommt, denn kalt war mir hier schon oft genug. Aber dennoch sollte man die Sonnencreme mit dem Sonnenschutzfaktor 30 niemals vergessen, als ich nämlich am Sonntag am Strand war, hab ich mir innerhalb von zweieinhalb Stunden und Sonnenschutzfaktor 15 einen leichten Sonnenbrand auf der Außenseite meines rechten Unterschenkels geholt - Ozonloch ahoi!
Dazu passend stehen hier im Wetterbericht des Sydney Morning Herald (und eigentlich auch allen anderen Vorhersagen) immer die voraussichtliche UV-Stärke ;)

Samstag, 26. September 2009

The dirty life of a ghostdriver

Bild der NASA der australischen Küste während des dust storms

Obwohl der Himmel in der vergangenen Nacht und bei Sonnenaufgang mal wieder ein wenig gelblich eingefärbt war, ist der große dust schon seit ein paar Tagen verschwunden; jedenfalls aus der Luft. Doch wenn 75.000 Tonnen (wenn ich mich richtig erinnere ist doch eine Tonne 1000 Kilogramm?!) Sand pro Stunde über eine Stadt hinweg ziehen, dann fällt eben auch ein bisschen was davon runter... Aus diesem Grund machen Waschanlagenbesitzer momentan Millionen und die Stadtreinigung Überstunden.



Ansonsten ist der Himmel wieder blau, aber dafür schrecklich kalt - bitte jetzt nicht lachen - denn es waren heute nur so um die 18°C. Ja, ich weiß natürlich auch, dass das in Deutschland ganz normale Temperaturen sind und man froh sein kann, wenn es zum Beginn des Frühlings 18°C + blauer Himmel + Sonnenschein gibt, aber irgendwas scheint sich in der Psyche zu verändern, wenn man den australischen Kontinent betreten hat...

Montag, 31. August 2009

Nicht nur 'down under'...

...sondern auch the other way round - so kann man wohl einige Begebenheit, die eigentlich sogar ziemlich logisch sind, auf der anderen Seite der Welt am Besten beschreiben.

Einige dieser Begebenheiten beziehen sich auf all die Himmelskörper. So stehen die Sternenbilder hier allesamt auf dem Kopf, der Mond nimmt umgekehrt als in Deutschland ab und zu und dann ist da ja noch die Sonne...

...und die brachte mich in der ersten Zeit in Australien ganz schön ins Straucheln, denn ich glaubte natürlich meinen Lehrern, die mir mein ganzes Leben lang erzählt hatten "im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen muss sie untergehen und im Norden ist sie nie zu sehen."
Und dann kommt man mit diesem Glauben nach Australien und denkt sich immer, dass da, wo gerade die Sonne ist, doch eigentlich Norden sein müsste, aber dass das ja eigentlich nicht so sein könnte. Beim ersten Mal vergisst man die Sache wieder ganz schnell, doch wenn es einem dann wieder und wieder auffällt, macht man sich schon seine Gedanken und merkt ziemlich schnell, dass hier die Sonne niemals im Süden zu sehen ist, aber für einen Moment, zweifelt man wirklich an sich selbst, da man sich in seinem gesamten Leben noch nie Gedanken über diese Frage gemacht hatte und einfach alles so hinnahm, wie es die Lehrer sagten ;)

Sonntag, 23. August 2009

Too hot

Hab ich mich die ersten Wochen in Australien noch darüber beschwert, dass es doch eigentlich viel zu kalt sei, frage ich mich mittlerweile manchmal wohin das noch alles führen soll. In den letzten Wochen haben wir konstante Temperaturen über zwanzig Grad, heute 25°C und Regen fällt eher selten und wenn dann wenig. Meinen Radiator benutze ich nur noch selten, in der Nacht - normalerweise ja die kältste Zeit - gar nicht mehr und lange Kleidung trag ich nur noch, weil ich nicht weiß, was ich sonst im Sommer erst machen soll.
Allerdings bin ich nicht die Einzige, die das momentane Wetter für eigentlich zu warm empfindet, denn auch die Australier bestätigen, dass es für diese Jahreszeit eigentlich viel zu warm sei und sich niemand sicher ist, wo das ganze diesen Sommer hinführen wird.
Nur eines ist sicher, am 1. September beginnt die bushfire season und die australische Regierung geht davon aus, dass die Buschfeuer in diesem Sommer verheerender sein werden, als die im vergangenen Sommer. Aus diesem Grund werden in Perth momentan neue Alarmsysteme getestet, in Victoria gibt es neue Evakuierungspläne und in der Umgebung von Sydney werden künstliche Buschfeuer gelegt, um das Risiko von natürlichen Buschfeuern zu verringern.

Aber um mich mache ich mir nicht so richtige Sorgen, denn gibt es hier keinen riesigen Nationalpark in der unmittelbaren Umgebung, auch keine sonderlich vielen Bäume und außerdem sollte man sich dann auch bald ernsthafte Sorgen um das opera house und den geliebten Kleiderbügel (harbour bridge) machen.

Ach und der andere Effekt des zu warmen Wetters ist, dass - wenn es nicht bald anfängt zu regnen - die Lebensmittelpreise bis Weihnachten um bis zu 10% steigen können.

Spätestens am anderen Ende der Welt, wird einem der Klimawandel dann bewusst...

Sonntag, 16. August 2009

28°C im Winter

Heute war der wohl wärmste Tag meiner bisherigen Zeit in Australien und dennoch bleibt die Beschwerde "Mir ist kalt" nichts aus, aber von vorne...

Eigentlich hatten Lisa und ich heute vor ins Kino zu gehen, da die Wettervorhersage des Sydney Morning Herald uns zwar erfreulicherweise eröffnete, dass es heute 28° werden sollten, dazu allerdings noch heftiger Regen.
Als man dann aber heute Morgen aus dem Fenster schaute, konnte man sich nicht mehr so recht vorstellen, den Tag in einem dunklen und kalten Raum zu verbringen und entschieden uns daher, den Tag lieber am Strand zu verbringen und dazu musste ich erst mal in die Stadt.

Und mit diesem Vorhaben begann das Abenteuer, denn auf der Strecke von Newcastle bis Sydney verkehrten an diesem Wochenende aufgrund von trackwork nur Züge von Sydney Central Station bis Strathfield, wo ungefähr die dritte Station auf der Strecke ist und somit etwa zehn von 159 Kilometern. Die restlichen 149 Kilometer wurden von Bussen abgefahren.
Glücklicherweise wohne ich nur so zehn Kilometer von Strathfield entfernt und hatte daher keine komplette Weltreise vor mir, doch auch für die zehn Kilometer brauchte der Bus heute wegen erhöhtem Verkehrschaos mal locker 35 Minuten und das obwohl er nur ein Mal zwischendurch noch anhielt.
Außerdem gehörte ich zu den wenigen Glücklichen, die schon vorher Bescheid wussten, dass die Züge heute nicht fuhren und daher aus Verdacht schon einmal ein bisschen eher zu Hause losgegangen war. Zwar fahren die Busse alle zehn Minuten, allerdings passen in einen Bus nicht längst so viele Leute, wie in einen Zug. Die Australier machen sich natürlich keine Gedanken darüber, wenn sie eben drei oder fünf Busse warten müssen - never worry - aber ich bin eben doch noch deutsch ;)
Da heute außerhalb des Busses allerdings 28° waren, beschloss der Busfahrer doch einfach mal die Klimaanlage anzumachen. Diese kühlte den Bus dann auf ungeheuer angenehme siebzehn Grad runter - das gleiche geschah dann in den Anschlusszügen in Strathfield. Und ich kann euch sagen, dass es ganz schön kalt werden kann, wenn man für 28 anstatt 17° abgezogen ist!

Neben einem wunderschönen Tag an Balmoral Beach im Sonnenschein, waren die hohen Temperaturen auch nach Sonnenuntergang sehr gut, denn im Normalfall muss man hier immer zwei Pullover und nen Schal mitschleppen, da es, nachdem die Sonne untergegangen ist, bloody cold wird, aber das war heute mal nicht der Fall.


P.S. Und es gibt doch eine Sache, bei der die Australier mal von ihrem no worries abweichen: Wenn die Leute im Bus nicht bis nach hinten durchgehen, wird auch mal der australische Busfahrer laut und ist seinem deutschen Kollegen gar nicht so unähnlich ;)