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Donnerstag, 18. März 2010

Mythos Australien

Australia - für den gemeinen Deutschen ist dies das Land der roten Erde, der endlosen Strände, der ewigen Sonne, der gefährlichen Tiere - doch da nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird, ist auch hier in Australien nicht alles so, wie man es sich vorstellt.


Not so hot - das Wetter in Australien

Eine der großen Klischeevorstellungen ist, dass es in Australien heiß ist - unerträglich heiß. Leider vergisst man bei dieser Vorstellung leider allzu häufig dass das Australien, das man aus Filmen wie Crocodile Dundee kennt, nicht gerade neben Sydney liegt, sondern tausende Kilometer entfernt im Northern Territory und das der Süden Australiens doch erstaunlich nah am Südpol liegt.
Wie ich schon bei der ein oder anderen Gelegenheit angemerkt hab, besteht das Wetter in Sydney eben nicht aus 365 Tagen Sonnenschein und 35°C im Jahr. Als ich nach Australien kam war es tiefster Winter, wenn man froh sein konnte, kletterte das Thermometer mal auf die 20°-Marke.
Ich weiß für euch in Deutschland, die gerade einen viermonatigen Winter mit Schnee und Minusgraden hinter sich haben, klingt das jetzt ziemlich warm, aber auch wir hatten hier schon mal um die 5°C und ich kann euch sagen, dass das echt kalt werden kann, wenn man nur Sommerklamotten dabei hat und dann etwa vier Jacken trägt.
Aber auch der Sommer war nicht unbedingt das, was ich mir vorgestellt hatte. Klar, ich habe auch mal 40°C erlebt, doch irgendwie gingen die Tage auch wieder ganz schnell vorbei, eine Hitzewelle habe ich nicht wirklich erlebt, was natürlich auch daran liegen kann, dass New South Wales und Queensland Regenfälle wie seit Jahrzehnten nicht mehr erleben.
Wobei Regen in Australien auch nicht gleich Regen in Deutschland bedeutet - denn Regen in Deutschland bedeutet meist, dass es dabei auch kalt ist. Dies ist hier nicht der Fall, denn es kann auch mal bei 35° regnen, wo es dann heißt don't bother straighten your hair when the humidity is about 99%.


Der rote Kontinent mit weißen Stränden

Dies ist gemeinhin die Bezeichnung des Kontinents am anderen Ende der Welt, doch auch dieses Australien liegt hauptsächlich nicht dort, wo ich bin, denn irgendwie müssen sich die Australier ja auch ernähren und so viel Platz, dass jede Rinderfarm so groß wie Mecklenburg-Vorpommern sein kann, gibt's down under dann eben doch nicht, auch wenn sich so mancher Australier schon ab und an mal fragt, wie 80 Millionen Menschen in dieses kleine Deutschland reinpassen können.
Und leider liegen auch die endlosen, menschenleeren Strände nicht gerade an Bondi Beach. Da quetschten sich nämlich schätzungsweise mehr Menschen auf der Quadratmeter als am Ballermann.


Last but not least, all those wild, toxic, dangerous animals

Irgendwie ist die allgemeine Vorstellung in Deutschland immer, dass es in Australien viele giftige und gefährliche Tiere gibt, mag stimmen, aber mal wieder nicht dort, wo ich bin.
Ich hab hier noch nie eine Schlange gesehen, nur eine Spinne, die mal auf dem Auto gekrabbelt ist (in der Nähe des Snowy River), keine wilden Krokodile, Kassuare oder sonstigen gefährlichen Tiere - ich leb dann doch in einer Millionenstadt und da gilt es diese Tiere dann eher zu suchen (Zitat von Allegra "In my entire life of eleven years, I haven't seen one dangerous spider or a dangerous snake in Australia. Oh... Apart from Taronga Zoo.")
Dafür macht man dann aber doch ganz nette Bekanntschaften mit interessanten Tieren. Beim ersten Mal bin ich noch kreischend auf's Bett gesprungen und hab überlegt, wie ich meinen Papa am schnellsten nach Australien kriege, damit er das Ding wegmacht, doch mittlerweile machen mir die dicksten Kakerlaken nichts mehr aus - This is my Australia!

Freitag, 5. Februar 2010

Back @ work

-Da ich meinen Laptop leider immer noch nicht wieder habe, gibt es heute mal wieder nur eine kleine Lebensmeldung ;) Seit bereits einer Woche bin ich wieder in Sydney und seit Montag wieder fleissig am arbeiten. Wie schon fast gewoehnlich ist das Wetter nicht gerade toll, todays humidity 95-100% und ich weiss gar nicht, warum ich wieder hier bin. Haette einfach in Perth bleiben sollen, da ist das Wetter gerade wunderschoen...

Dienstag, 29. Dezember 2009

What's making headlines

...in den vergangenen Tagen, in denen ich leider laptop- und somit auch so gute wie internetlos war, da ich ein viel zu schlechtes Gewissen hatte, den Computer meiner family fuer laenger als zehn Minuten zu nutzen, was sich allerdings heute geaendert hat, da sie sich auf dem Weg in die summer holidays nach Chicago, Washington DC und Tennesse gemacht haben.

It's not on purpose

Wenn in den folgenden Saetzen "z" und "y" vertauscht sind, anstatt "-" "/" vorhanden sind... Es ist wirklich keine Absicht! Englischsprachige Tastaturen sind einfach die Pest :p

Lifelong dream coming true

Mein ganzes Leben habe ich davon getraeumt und nun ist es nach 20 nahezu endlos erscheinen Jahren wahr geworden. Mein Geburtstag fand nicht an einem kalten Wintertag, an dem es bereits um 16 Uhr nachmittags stockduster ist, statt. Das musste natuerlich mit einem anstaendigen Sommergeburtstag samt Strand & Meer gefeiert werden, wobei es dazu eigentlich auch ein bisschen kalt war - aber was muss, das muss!


Aussie Xmas

Schon allein aufgrund der Tatsache, dass es mitten im Sommer stattfinden, es aus diversen Gruenden keine natuerlichen Weihnachtsbaeume gibt und sowieso alles ganz anders ist, kam fuer mich dieses Jahr nicht wirklich eine richtige Weihnachtsstimmung auf und irgendwie muss ich dann doch ganz altmodisch sagen, dass Weihnachten in der Kaelte doch irgendwie schoener ist... Wobei es wahrscheinlich einfach nur die Gewoehnung ist - schliesslich kommt fuer die Australier im Schnee keine wirkliche Weihnachtsstimmung auf.

Irgendwas laueft hier gewaltig schief aka Modell begossener Pudel

Dies scheint wohl die unendliche Geschichte meiner Zeit in Australien zu sein, aber leider muss ich auch dieses Mal wieder auf das altbekannte Thema - das Wetter - zurueckkommen. It rains. es begann an Christmas Day (25.) um die Mittagszeit, es hoerte auch am Boxing Day nicht wirklich auf und am 27. erst recht nicht - irgendwie werde ich das Gefuehl nicht los, dass hier irgendwas ganz gewaltig schief laeuft. Denn anstatt den ueblichen Buschfeuerwarnungen zu dieser Jahreszeit, ist die Regierung des Bundesstaates fleissig dabei Hochwasserwarnungen auszusprechen - ploetzlichen befindet sich in seit Jahren ausgetrockneten Flussbetten wieder Wasser. Wenn ich nicht beim schlechten Wetter bin, kommt es wohl zu mir, wobei es fuer jeden Deutschen wahrscheinlich mal sehr hilfreich waere, sich bezueglich des Regens eine Scheibe bei den Aussies abzuschneiden, denn Regen ist ja ansich keine schlechte Sache (denn nun werden die Lebensmittelpreise im Sommer wohl doch nicht so sehr steigen, wie befuerchtet).

I love Cricket, seriously

Da es mir nach dem Christmas Day nicht sonderlich gut ging - der Christmas pudding lag mir wohl etwas sehr zu schwer im Magen - hab ich den Tag in meinem Bettchen ganz true blue cricketschauend verbracht und ich muss sagen, dieser Sport ist einfach amazing. Man kann zwischendurch fuer zwei Stunden einschlafen - nix verpasst. Man kann am naechsten Tag shoppen gehen - nix verpasst. Eigentlich ist so eine Sportart, bei dem ein Spiel ueber bis zu sechs Tage dauert gar nicht so schlecht - man verpasst nix und wenigstens hab ich jetzt schon mal verstanden, dass es Ziel des Spiels ist - surprise, surprise - moeglichst viele Punkte zu machen und das man das inning des Gegners mit zehn wickets beenden kann, wenn ich jetzt noch wuesste, wie lang ein inning ist und was genau ein wicket... Aber da koennte ich ja mal beim australischen Premierminister anrufen - der kommt naemlich auch mal so zum Spiel und kommentiert es fuer einige Zeit fuer das australische Fernsehen - kann sich wirklich einer vorstellen, dass Angela Merkel ein Fussballspiel kommentiert!?

Aussie sports = aussie culture

Wie bereits beim Cricket zu erahnen, merkt man das australischer Sport auch immer ein Teil der australischen Kultur ist. Ob nun das genannte Cricket, Pferderennen oder Aussie Rules Footie / Rugby - und so koennte ich jetzt auch noch ueber ein Segelrennen zwischen Sydney und Hobart berichten - ich lasse es lieber, denn sonst wollt ihr wahrscheinlich auch noch was ueber .die ur-australischen Sportarten Surflifesaving und Netball wissen.

Freitag, 20. November 2009

We hit the 40's

Heute darf ich stolz berichten, dass es zum ersten Mal, seitdem ich in Australien bin, über 40°C warm waren, was wohl so ziemlich die höchste Temperatur ist, die ich jemals erlebt hab...
Wobei ich ja sagen muss, dass eine Viertelstunde mit dem Auto vor der Schule warten oder auch bügeln bei dem Wetter nicht so richtig Spaß machen. Mittlerweile hat es sich auch schon wieder abgekühlt, denn der thunderstorm war schon um 16 Uhr da. Denn so lange man weiß, dass es sich am Abend wieder abkühlt, sind sogar 40° erträglich. Schlimm wird es, laut meiner Gastmutter, erst, wenn man eine Woche lang über 40° hat, die Luft voller Asche durch bushfires ist und kein Gewitter in Sicht. Seit ich hier bin hat sich übrigens auch meine Ansicht von Gewittern geändert, denn in Deutschland gibt's dazu ja auch immer jede Menge Regen; in Australien dry lightening und daher die Buschfeuerwarnung für New South Wales, Victoria und South Australia 'catastrophic'.

But no worries mates, ich geh bei dem Wetter noch für zwei Tage in den Busch wandern - das wird ein Spaß ;)

Montag, 16. November 2009

Slip, Slop, Slap

...heute das Gegenprogramm zu Svenja, die im Regen singt (Süße, ich find, dein rappen hört sich aber noch viel toller an ;)), denn in Australien wird's so langsam Sommer - endlich...



Bereits seit Anfang der 80er Jahre ist Slip (on a shirt), slop (on the sunscreen), and slap (on a hat) einer der, wenn nicht sogar der bekannteste Werbeslogan Australiens um auf das erhöhte Risiko von Hautkrebs aufmerksam zu machen, denn auch ohne das Märchen vom Ozonloch über Australien (das sich ausschließlich über der Antarktis befindet), knallt die Sonne doch mächtig vom Himmel und da heißt es einfach jeden Morgen nach dem Aufstehen: Sonnenschutzcreme 30 und dann erst in den Tag starten - keine Sorge, man wird trotzdem braun, allerdings sollte man mit dem Sonnenschutz auch wieder nicht übertreiben, weil sich sonst ganz schnell ein Mangel an Vitamin D einstellen kann. Also alles gar nicht so leicht down under.

Übrigens ist Sid the seagull auch im neuen Jahrtausend angekommen und lehrt australischen Kindern nicht mehr nur noch Slip, slop, slap, sondern jetzt auch seek (shade), and slide (on sunnies).



Übrigens hatte ich auch schon Sonnenbrand, und zwar an den bescheuersten Stellen, wie beispielsweise auf den Zehen meines linken Fußes (den rechten hingegen scheine ich ausreichend eingecremt zu haben) und momentan einen zwei Zentimeter breiten Streifen auf meinem Steißbein (irgendwie saß die Hose wohl tiefer, als ich dachte).

Dienstag, 3. November 2009

It's gettin' really hot down under


Heute war's hot (37°), um genau zu sein, ist es immer noch hot (35°) und das um 19:35. Aber da ist für die heißen Temperaturen eigentlich noch zu früh ist, erwartet uns heute Abend noch ein heftiger thunderstorm. Ab morgen sind dann wieder 22°C angesagt und chance of rain, was in Australien immer so viel bedeutet, wie entweder kommen drei Tropfen runter oder es regnet sich für drei Tage so richtig schön ein.
Wollen wir doch mal lieber ersteres hoffen, denn langsam will ich mal, dass der Sommer kommt, denn kalt war mir hier schon oft genug. Aber dennoch sollte man die Sonnencreme mit dem Sonnenschutzfaktor 30 niemals vergessen, als ich nämlich am Sonntag am Strand war, hab ich mir innerhalb von zweieinhalb Stunden und Sonnenschutzfaktor 15 einen leichten Sonnenbrand auf der Außenseite meines rechten Unterschenkels geholt - Ozonloch ahoi!
Dazu passend stehen hier im Wetterbericht des Sydney Morning Herald (und eigentlich auch allen anderen Vorhersagen) immer die voraussichtliche UV-Stärke ;)

Montag, 26. Oktober 2009

Wet, wet, wet - rain is all around


So heißt wohl das Motto seit gestern Morgen, dabei bin ich doch gar nicht die Svenja, die in das Land des ewigen Regens gezogen ist... Seit den frühen Morgenstunden des Sonntags ist in Sydney so viel Regen gefallen, wie seit einem Jahr nicht mehr,allgemein heißt es, dass der Frühling viel zu kalt, der Winter davor viel zu warm, war und helfen, die Pegelstände wieder auf ein Normalmaß zu bringen, wird der Regen auch nicht viel, denn dazu müsste es wohl die nächsten vier Wochen durchregnen.

Was bleibt einem das also? Gestern Morgen hab ich mich im Bett einfach nochmal ungedreht, da ich den Regen schon gehört hab, und weitergeschlafen und mich erst später auf den Weg in die Stadt gemacht. Dort hab ich mich mit zwei Freundinnen getroffen und wir waren bei Starbucks am Circular Quay - auch einfach 'das deutsche Starbucks' genannt, denn schätzungsweise waren 80% aller Besucher Deutsche, davon 60% Au pairs - you'll never have a problem meeting Germans in Sydney. Oder wir sind einfach die einzigen Bescheuerten, die sich bei diesem Wetter vor die Tür gehen.

Anschließend ging es weiter zum McMahons Point für die schöne Aussicht auf coathanger und opera und dazu kann ich nur sagen, dass man auch im Regen sehr viel Spaß haben kann ;)

Übrigens war ich am Tag zuvor - als noch gutes Wetter war - nebenan am Milsons Point und habe einen neuen Rekord an Brautpaaren beim Fotos machen gezählt: neun in zehn Minuten. Das ist hier wirklich extrem, denn scheinbar fährt jedes Paar, das in Sydney heiratet, irgendwo zum Hafen und macht da Fotos... Ich kann's nicht so richtig verstehen, denn es gibt bestimmt hunderte schönere Hintergründe für Hochzeitsfotos, wie zum Beispiel einer der vielen wunderschönen Strände...

P.S: Da ihr am Wochenende die Uhr umgestellt habt, sind es jetzt zehn Stunden Zeitverschiebung bis zu mir - bzw. elf for the special one over there in the UK.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Ich glaub, hier liegt ein Missverständnis vor

Irgendwie scheint gerade jeder in Europa zu glauben, dass es in Australien jeden Tag 30°C und Sonnenschein sind, wozu ich nur sagen kann, dass es leider nicht so ist. Stattdessen haben wir momentan 15°C, seit einer Woche nicht mehr als maximal 18°C und außerdem regnet es ständig.
Um genau zu sein, fing es am letzten Freitag un 16 Uhr an zu regnen und es regnete dann so gut wie durchgängig (seltsamer- oder auch glücklicherweise nicht die 80 Minuten des Grand Finals) bis Montagmorgen. Dann hörte es auf, man ging zur Latin Fiesta nach Darling Harbour und dann kam man wie ein begossener Pudel wieder, da hier natürlich alles draußen abläuft es es schon im Laufe des Tages wieder anfängt zu regnen, wie eben nicht nur am Montag, sondern auch am Dienstag und am Mittwoch...

Ich mein, es ist wahrscheinlich gut, dass es gerade relativ viel regnet - so haben wir dann doch noch eine Chance, dass Weihnachten das ganze Essen doch nicht 10% mehr kostet, weil die Ernte so schlecht war und für den Rasen, der hier eigentlich nur durch den Gartenschlauch schön grün bleibt, aber eben nicht für das deutsche Au pair, dass Regen schon genug von zu Hause kennt.

Und eine Sache ist hier echt nervig: Es gibt hier nicht einfach nur Regen - nein, hier heißt Regen immer gleich thunderstorm! Das ist bekanntlich nicht so gemütlich, wenn man dann draußen ist und unter Bäumen nach Hause laufen muss. Geht leider nicht anders, da hier überall Bäume sind ;) Ansonsten gibt es in Australien auch nicht so ein ausgebautes Regenablaufsystem auf den Straßen, wie es in Deutschland der Fall - da freuen sich dann die nassen Füße...

Samstag, 26. September 2009

The dirty life of a ghostdriver

Bild der NASA der australischen Küste während des dust storms

Obwohl der Himmel in der vergangenen Nacht und bei Sonnenaufgang mal wieder ein wenig gelblich eingefärbt war, ist der große dust schon seit ein paar Tagen verschwunden; jedenfalls aus der Luft. Doch wenn 75.000 Tonnen (wenn ich mich richtig erinnere ist doch eine Tonne 1000 Kilogramm?!) Sand pro Stunde über eine Stadt hinweg ziehen, dann fällt eben auch ein bisschen was davon runter... Aus diesem Grund machen Waschanlagenbesitzer momentan Millionen und die Stadtreinigung Überstunden.



Ansonsten ist der Himmel wieder blau, aber dafür schrecklich kalt - bitte jetzt nicht lachen - denn es waren heute nur so um die 18°C. Ja, ich weiß natürlich auch, dass das in Deutschland ganz normale Temperaturen sind und man froh sein kann, wenn es zum Beginn des Frühlings 18°C + blauer Himmel + Sonnenschein gibt, aber irgendwas scheint sich in der Psyche zu verändern, wenn man den australischen Kontinent betreten hat...

Mittwoch, 23. September 2009

Crazy nature II

Für den Fall, der ziemlich wahrscheinlich ist, da es in Deutschland gerade erst 12 Uhr mittags ist - und ihr noch nicht crazy nature gelesen habt, bitte den vorherigen Post zu erst lesen ;)

Jedenfalls macht ja die verrückte australische Natur sogar in Deutschland Schlagzeilen (Süddeutsche Zeitung), allerdings werden dann doch so manche Sachen ein gaaaanz kleines bisschen aufgepusht. Und das meine nicht nur ich, sondern auch meine Gastmutter, die den Bericht dann auch gleich noch gelesen hat (falls ich es nicht erzählt haben sollte - sie hat ein Jahr in Deutschland als Austauschschülerin gelebt). Aus diesem Grund werde ich mal die falschen Sachen in dem Artikel richtig stellen (da könnte ich eigentlich auch nen komplett neuen schreiben).

1. "Die australische Metropole Syndey kämpft nach einem Sandsturm mit dem Chaos." - Nein! Das Leben geht ihr ganz normal weiter, keine Monsterkäufe und keine Weltuntergangsstimmung.

2. "Der Verkehr ist massiv gestört" - Nein! Die australische Polizei sagt sogar, dass erstaunlich sei, wie gut der Verkehr fließe. Falls der Flugverkehr gemeint ist, könnte stimmen, da die Flüge heute alle Verspätung haben.

3. "Die Sicht ist wegen der Staubwolke über der Stadt so schlecht, dass der Fährverkehr eingestellt werden musste." - Hört sich jetzt dramatisch an und war heute Morgen für etwa zwei bis drei Stunden so.

4. "Bei den Rettungskräften gingen zahlreiche Notrufe von Menschen mit Atembeschwerden ein." - Laut den australischen Rettungskräften hier vor Ort, war das nicht der Fall, weil man heute einfach drinnen geblieben ist, wenn man sowieso Probleme hat und es ebenso, laut Interviews im Fernsehen, wie beim Verkehr erstaunlich war, dass es so wenig Anrufe gab.

Aber wenigstens gibt's noch Hoffnung für mich. "Eine Anruferin beim australischen Fernsehsender ABC sagte, einen solchen Staubsturm habe die Stadt seit 1939 nicht mehr erlebt." Ich, die das ganze Spektakel verschlafen bzw. es als ganz normal abgestempelt hat, komme einfach in 70 Jahren nochmal wieder. Meine Gastmutter lacht übrigens schon den halben Tag deshalb über mich und fragt sich, wann es in den letzten drei Monaten normal war, wenn man morgens um sechs aufwacht und der Himmel blutrot ist... Langsam lache ich auch über mich selber und meine Gastmutter macht sich ein wenig Vorwürfe, weil sie sich fragt, warum sie mich nicht einfach geweckt hat. Next time... Aber wenigstens weiß ich jetzt, wie Nachrichten gemacht werden.

Oder ich nehm einfach den nächsten Flug nach Brissie (wer mir sagt, welche australische Stadt das ist, bekommt ne Postkarte von dort, wenn ich mal dort hinkomme), wo die red blanket, wie die Australier es mittlerweile nennen, derzeit ist. Oder gleich nach Neuseeland. Hab nämlich vorhin im Fernsehen gehört, dass es vor Jahrzehnten so red blanket mal bis dorthin geschafft hat und den Schnee rot gefärbt hat.

Übrigens hab ich mittlerweile einen Pluspunkt meiner Erkältung gefunden: Ich spür den Sand nicht in meiner Nase kribbeln ;)

Dienstag, 22. September 2009

Crazy nature

In Australien spielt die Natur momentan ein wenig bis ziemlich stark verrückt. Gestern gab es in Melbourne ein Erdbeben, in Queensland brennt schon seit ein paar Tagen der Busch, gestern hab es einen dust storm in Canberra und Gewitter und Regen in Sydney, aber als ich heute Morgen aufgewacht bin, dachte ich nur OH MY GOD!

Alles war rot! Das, was mir im ersten Moment einfiel, war ein Feuer, doch dann wurde mir ziemlich schnell klar, dass das eigentlich nicht sein konnte und da ich irgendwie noch ein verschlafenes, krankes Huhn war und dachte, dass das schon irgendwie normal sein würde, hab ich mich wieder ins Bett gelegt *kopf gegen die Wand schlag*. Das ganz war nämlich ein once in a life time Erlebnis und das folgende sind die Bilder meiner Gastmutter.






Und jetzt glaubt bloß nicht, dass das wirklich so aussah, es war noch viel roter! Was es ist? Ein red dust storm. Der ist im outback zwar ziemlich normal, aber eben nicht in Sydney. Starke Winde in den letzten 24 Stunden haben den Staub aus South Australia und dem Northern Territory hierher getragen. Momentan sieht es nicht mehr so rot, sondern ziemlich gelb aus...

Hier gibt es noch ein paar mehr Fotos und obwohl es teilweise richtig schön aussieht, ist es auch richtig gefährlich. Fenster und Türen sollen geschlossen bleiben, wenn man längere Zeit draußen bleibt, soll man eine Schutzmaske tragen usw.

Sonntag, 23. August 2009

Too hot

Hab ich mich die ersten Wochen in Australien noch darüber beschwert, dass es doch eigentlich viel zu kalt sei, frage ich mich mittlerweile manchmal wohin das noch alles führen soll. In den letzten Wochen haben wir konstante Temperaturen über zwanzig Grad, heute 25°C und Regen fällt eher selten und wenn dann wenig. Meinen Radiator benutze ich nur noch selten, in der Nacht - normalerweise ja die kältste Zeit - gar nicht mehr und lange Kleidung trag ich nur noch, weil ich nicht weiß, was ich sonst im Sommer erst machen soll.
Allerdings bin ich nicht die Einzige, die das momentane Wetter für eigentlich zu warm empfindet, denn auch die Australier bestätigen, dass es für diese Jahreszeit eigentlich viel zu warm sei und sich niemand sicher ist, wo das ganze diesen Sommer hinführen wird.
Nur eines ist sicher, am 1. September beginnt die bushfire season und die australische Regierung geht davon aus, dass die Buschfeuer in diesem Sommer verheerender sein werden, als die im vergangenen Sommer. Aus diesem Grund werden in Perth momentan neue Alarmsysteme getestet, in Victoria gibt es neue Evakuierungspläne und in der Umgebung von Sydney werden künstliche Buschfeuer gelegt, um das Risiko von natürlichen Buschfeuern zu verringern.

Aber um mich mache ich mir nicht so richtige Sorgen, denn gibt es hier keinen riesigen Nationalpark in der unmittelbaren Umgebung, auch keine sonderlich vielen Bäume und außerdem sollte man sich dann auch bald ernsthafte Sorgen um das opera house und den geliebten Kleiderbügel (harbour bridge) machen.

Ach und der andere Effekt des zu warmen Wetters ist, dass - wenn es nicht bald anfängt zu regnen - die Lebensmittelpreise bis Weihnachten um bis zu 10% steigen können.

Spätestens am anderen Ende der Welt, wird einem der Klimawandel dann bewusst...

Sonntag, 16. August 2009

28°C im Winter

Heute war der wohl wärmste Tag meiner bisherigen Zeit in Australien und dennoch bleibt die Beschwerde "Mir ist kalt" nichts aus, aber von vorne...

Eigentlich hatten Lisa und ich heute vor ins Kino zu gehen, da die Wettervorhersage des Sydney Morning Herald uns zwar erfreulicherweise eröffnete, dass es heute 28° werden sollten, dazu allerdings noch heftiger Regen.
Als man dann aber heute Morgen aus dem Fenster schaute, konnte man sich nicht mehr so recht vorstellen, den Tag in einem dunklen und kalten Raum zu verbringen und entschieden uns daher, den Tag lieber am Strand zu verbringen und dazu musste ich erst mal in die Stadt.

Und mit diesem Vorhaben begann das Abenteuer, denn auf der Strecke von Newcastle bis Sydney verkehrten an diesem Wochenende aufgrund von trackwork nur Züge von Sydney Central Station bis Strathfield, wo ungefähr die dritte Station auf der Strecke ist und somit etwa zehn von 159 Kilometern. Die restlichen 149 Kilometer wurden von Bussen abgefahren.
Glücklicherweise wohne ich nur so zehn Kilometer von Strathfield entfernt und hatte daher keine komplette Weltreise vor mir, doch auch für die zehn Kilometer brauchte der Bus heute wegen erhöhtem Verkehrschaos mal locker 35 Minuten und das obwohl er nur ein Mal zwischendurch noch anhielt.
Außerdem gehörte ich zu den wenigen Glücklichen, die schon vorher Bescheid wussten, dass die Züge heute nicht fuhren und daher aus Verdacht schon einmal ein bisschen eher zu Hause losgegangen war. Zwar fahren die Busse alle zehn Minuten, allerdings passen in einen Bus nicht längst so viele Leute, wie in einen Zug. Die Australier machen sich natürlich keine Gedanken darüber, wenn sie eben drei oder fünf Busse warten müssen - never worry - aber ich bin eben doch noch deutsch ;)
Da heute außerhalb des Busses allerdings 28° waren, beschloss der Busfahrer doch einfach mal die Klimaanlage anzumachen. Diese kühlte den Bus dann auf ungeheuer angenehme siebzehn Grad runter - das gleiche geschah dann in den Anschlusszügen in Strathfield. Und ich kann euch sagen, dass es ganz schön kalt werden kann, wenn man für 28 anstatt 17° abgezogen ist!

Neben einem wunderschönen Tag an Balmoral Beach im Sonnenschein, waren die hohen Temperaturen auch nach Sonnenuntergang sehr gut, denn im Normalfall muss man hier immer zwei Pullover und nen Schal mitschleppen, da es, nachdem die Sonne untergegangen ist, bloody cold wird, aber das war heute mal nicht der Fall.


P.S. Und es gibt doch eine Sache, bei der die Australier mal von ihrem no worries abweichen: Wenn die Leute im Bus nicht bis nach hinten durchgehen, wird auch mal der australische Busfahrer laut und ist seinem deutschen Kollegen gar nicht so unähnlich ;)

Dienstag, 21. Juli 2009

Surprisingly no aching muscles

Ich muss zugeben, dass ich diesen Post eigentlich schon am Sonntag und dann eigentlich gestern schreiben wollte, aber irgendwie hatte ich entweder keine Zeit oder nicht so richtig Lust, aber dafür kann ich auch zwei Tage später bestätigen: Ich habe keinen Muskelkater!

...und das ist doch schon ziemlich überraschend. - Warum überraschend?! Hier meine Sonntagsaktivität.

Nachdem wir irgendwie beide noch nichts wirklich für den Sonntag geplant hatten, haben das Au Pair mit dem ich bereits in Featherdale war und ich uns zusammengetan und uns etwas gesucht, was wir am Sonntag machen wollen. Allerdings stellte sich diese Suche nicht als allzu einfach heraus, woraufhin ihre Gastfamilie vorschlug, dass wir doch in der Nähe von Gosford, wo sie wohnt, wandern gehen könnten - gesagt getan.
Also saß ich am Sonntagmorgen pünktlich um zehn im train Richtung Newcastle. Ehe ich in aber in Gosford ankam, sah ich noch den kleinsten Bahnhof Australiens! Die Wondabyne railway station ist gerade mal so groß, dass eine Zugtür - nein, nicht verlesen! - in den Bahnhof passt. Wenn man dort einsteigen möchte, muss man dem Zugführer per Winken ein Zeichen geben. Wenn man aussteigen möchte, in den letzten Waggon einsteigen und vorher Bescheid sagen, dass man in Wondabyne aussteigen möchte ;) Und wenn man dann aussteigen möchte, führt auch keine Starße, sondern nur ein Schotterweg weg von der station.

Aber nun zurück zu der eigentlichen Aktivität des Tages, dem Wandern. Eigentlich wäre eine etwa sechs Kilometer lange Wanderung ja nicht schlimm, wenn nur die Australier Stufen nicht so sehr lieben würden...
Stellt euch vor, ihr befindet euch mitten im nirgendwo in einem neusüdwalisischen Wald, der von seinem Aussehen her, sehr einem Urwald ähndelt. Ihr wandert von Strand zu Strand, von Bucht zu Bucht. Wie macht man das wohl?!?
Genau, über Stufen! Man läuft etwa vier Kilometer Stufen rauf und Stufen runter, danach wieder rauf, drei wieder runter und fünfzig wieder rauf und immer und immer und immer so weiter... Ich mein, ich will mich nicht beschweren, schließlich war der Bouddi National Park wunderschön, aber irgendwie versteh ich das mit den Stufen nicht ;)
Achso und die anderes Widrigkeit war, dass es in der letzten Zeit hier ziemlich viel geregnet zu haben scheint... Jedenfalls stand man manchmal so zwei bis fünf Zentimeter (da ist man dann allerdings drübergesprungen) in der Matschpampe ;)
Aber dafür haben die verschiedenen Strände wieder für alles entschädigt =) Auch wenn ich nicht verstehe, warum man künstliche Strände weit ab von jeder Zivilisation aufschüttet... Beziehungsweise, wenn man erst zwei bis drei Kilometer durch den Wald laufen muss und das dann noch immer Sommer, wenn wir jetzt im Winter schon 20°C haben. Treppe rauf, Treppe runter ;)





Dienstag, 14. Juli 2009

Feel the spirit

Es ist wirklich schlimm... Ehrlich gesagt, hab ich schon seit drei Tagen nachdem ich in Sydney angekommen bin, das Problem, dass ich plötzlich auf Englisch mit mir selbst rede, aber es wird immer schlimmer, denn mittlerweile fehlen mir teilweise die deutschen Wörter und falls hier grammatikalisch was ziemlich Englisch anmuten sollte - sorry!

But today's post should be mainly about the day before yesterday...

Planlos in Syndey - so könnte man den vergangenen Sonntag wohl bezeichnen, wobei wir eigentlich gar nicht so planlos waren, denn schließlich war Lisa (ein anderes Au Pair aus Haberfield) und mein Plan doch eigentlich nur, den wahren
spirit zu fühlen und außerdem noch ein bisschen was von der Stadt zu sehen. Am besten geht das vom Circular Quay, dem Fährhafen zwischen Opernhaus und Harbour Bridge, aus.
Also nahmen wir einfach die erstbeste Fähre, die einen möglichst langen Weg durch den Hafen macht und waren dann positiv überrascht, dass sie uns zum
Sydney Olympic Park Wharf führen sollte, wunderten uns dann aber, dass nach zwanzig Minuten Vorbeifahrt an den Reichenvierteln der Stadt, plötzlich die Stadien der Olympischen Spiele zwar in einem der Bays auf der linken Seite auftauchten, unsere Fähre aber einfach weiterfuhr.
Gelandet sind wir dann zwar aus irgendeinem Grund am
Sydney Olympic Park Wharf, jedoch konnte man dort nicht wirklich viel vom olympic spirit fühlen, da wir uns mitten in einem Industriegebiet etwa 10 km entfernt von den Stadien befanden...

Nachdem uns vor allem Galgenhumor und der feste Glaube, dass wir einfach falsch ausgestiegen waren, am Leben gehalten hatten, alle Hoffnungen darauf aber bei der Rückfahrt enttäuscht wurden, machten wir uns dann auf den Weg zum wahrscheinlich bekanntesten Strand Australiens -
Bondi Beach.Und dazu kann ich nur sagen: Es ist auch der Schönste!!!Stundenlang könnte ich euch jetzt vorschwärmen, wie wunderschön dieser Strand ist und wie cool dort alles aussieht, aber ich will euch ja nicht allzu eifersüchtig machen ;) Und auch wenn es verdammt kalt war (ich musste das einfach noch einmal bemerken), konnten wir dieses Mal den spirit spüren... Einfach geil da!!! Auch wenn ich die Surfer für Lebensmüde halte bei dem Wetter zu surfen, kann ich sie irgendwie auch verstehen.Leider werde ich wahrscheinlich nie an Bondi Beach surfen werde, da es für einen blutigen Anfänger, wie ich es sein werde, verdammt peinlich dort werden kann. Ich such mir lieber einen einsameren Strand. Gibt ja zum Glück genug davon ;)

Sonntag, 5. Juli 2009

Hey Global Warming, do your job - I'm freezing

Auch wenn ich Gefahr laufe, all den gerade schwitzenden in Deutschland auf die Nerven zu gehen, aber mir ist kalt! Falls ich irgendwann in meinem Leben mal nach Australien auswandern sollte und hier ein Haus baue, dann gibt es Isolierung und Zentralheizung! Oder ich zieh einfach nach Cairns, da scheint es immer warm zu sein...
Übrigens machen sich die Australier gerade im Fernsehen über die Europäer lustig, die sich über die außergewöhnliche Hitze von 35°C beschweren und dann wird doch tatsächlich in den Hauptnachrichten erklärt, dass das für euröpäische Verhältnisse doch schon ziemlich heiß wäre. In Australien spricht man von einer Hitzewelle wenn es so 45 bis 50°C sind - warum musste ich ausgerechnet hierher kommen? Hätte nicht auch Island gereicht?!

Ich bin wirklich schon mal gespannt auf den Sommer. Schließlich merkt man auch jetzt schon im Winter, dass die Sonne hier dann doch irgendwie eine andere ist, als die in Deutschland (auch wenn das physikalisch/geografisch/was weiß ich nicht möglich ist). Aber wenn man hier mal für fünf Minuten in der Sonne bleibt, dann merkt man sofort, dass diese hier eine andere Intensität hat und jetzt versteh ich auch, warum der Hut hier Teil der Schuluniform ist.
Btw - ich bin so froh, dass wir in Deutschland keine haben! Die sind teilweise sowas von schrecklich!

Ansonsten gibt es hier noch ein paar neuen Fotos: Sydney von oben...

Port Jackson

James Park


City & East Coast


Darling Harbour (ganz im Hintergrund die Blue Mountains)

Freitag, 3. Juli 2009

Jammern auf hohem Niveau

Ich glaub ich bin nach noch nicht einmal einer Woche schon richtig australisiert, denn ich jammere über das Wetter. Es ist kalt! Ich kann man noch genau daran erinnern, wie ich mich vor ein paar Tagen über die Aussies lustig gemacht hab, die meinten, dass es ach so damn bloody cold sei und heute muss ich ihnen recht geben. Wir haben bekanntlich gerade tiefsten Winter und es sind dreizehn Grad...
...okay, ich geb zu, dass das in Deutschland seltsam klingen mag und jeder denken wird, 13°C im Winter?! Das sind bei uns normale Frühlings- und Herbsttemperaturen, aber hier ist das nunmal anders. Und das Problem ist gar nicht, dass es draußen so bloody cold ist, sondern dass es keine Heizung gibt, da man das ja eigentlich nicht braucht bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 17,4°C. Deshalb gibt es hier nur Heizlüfter und neben die muss man sich schon setzen, damit es schön warm wird.

Und nun zu den wirklich wichtigen Dingen, die sich ereignet haben. Ich habe eine Gastfamilie! Ich wohne jetzt in Epping, NSW (nicht in Eastwood, wie ich es einigen Leuten fälschlicherweise gesagt hab, die Eastwood railway station ist nur einfach näher an dem Haus, in dem ich wohne).
Nun bin ich das stolze Au Pair einer alleinerziehnden Mutter namens Deirdre und ihren zwei superlieben Töchtern Inara (12) und Allegra (10). Die drei wohnen in einem für australische Verhältnisse relativ altem Haus (gebaut in den 1920er Jahren) und ich wohne in einem kleinen Apartement mit Bad und Küche in ihrem Garten.
Nachdem ich die Familie vorgestern getroffen habe und es auf Anhieb gestimmt hat, bin ich gestern Abend hier eingezogen und habe momentan meinen ersten Arbeitstag. Heute Morgen hab ich dann mit Deirdre Allegra zur Schule gebracht und nun warte ich bis Inara aufsteht, denn sie hat schon Ferien (die liegen hier von Schule zu Schule ein wenig unterschiedlich).

Heute Nachmittag gibt's dann die erste Lektion in feeling like a ghostdriver und ich hab schon ein wenig Respekt. Deirdre meinte vorin zu mir, dass das eigentlich gar nicht so schlimm wäre, es wäre einfach nur alles the other way round. Na dann... Falls ihr nichts mehr von mir hören solltet und ich in einem Jahr auch nicht wieder in Deutschland ankomme, dann bin ich wohl im nicht vorhandenen Straßengraben gelandet.

Übrigens... Deirdre spricht Deutsch ;) Sie hat, als sie in meinem Alter war, auch mal in Deutschland gelebt und das kann manchmal echt hilfreich sein... Vor allem dann, wenn man nicht weiß was pneumonia ist - dadurch hab ich es nämlich erst mitbekommen.

Ansonsten gibt es hier noch ein paar Bilder von Sydney... Zum Vergrößern einfach drauf klicken ;)

Opera House (view from Harbour Bridge)

Harbour Bridge

Opera House & Harbour Bridge (view from Royal Botanic Gardens)

Balmoral Beach