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Mittwoch, 10. März 2010

WAGs, WAGs, wir brauchen WAGs

Ich bin für eine anständige WAG-Kultur in Deutschland, denn nach acht Monaten in einem Land mit einer Hochkultur für Wives and Girlfriends bekannter Sportler muss ich sagen, dass es ohne sie ganz schön langweilig werden wird, denn das ist mehr Drama als Home and Away und Neighbours zusammen.


Gestatten, Lara Bingle. Bekannt geworden durch einen Werbespot für Tourism Australia, der eigentlich nur so erfolgreich geworden war, weil er sowohl in Nordamerika als auch in Großbritannien verboten wurde, da er die Worte ‚bloody' und 'hell’ (wobei es sich bei ersterem wohl um das meistgenutzte Adjektiv dieses Landes handelt) enthielt.



Danach wurde es beruflich ziemlich ruhig um Lara, sie hatte Affären mit ein bis vier Rugby- und Aussie Rules Football-Spielern, darunter ein gewisser Brendan Fevola zu dieser Zeit verheiratet - aber dazu später mehr.

Vor etwa drei Jahren trifft sie dann Michael Clarke - der Sechser im Lotto (natürlich mit Superzahl) für jedes Wannabe-WAG in Australien. Eigentlich gilt der Begriff WAG ja als Freundin oder Ehefrau von Fußballern, da soccer in down under eher unerfolgreich ist und Cricket sowieso Nationalsportart #1 ist, ist einer der besten Cricketspieler seiner Generation dann doch die bessere Wahl, wenn man ein paar Schlagzeilen haben will.
In Null-Komma-rein-gar-nix wurden Lara & Clarkey zu den Posh & Becks Australiens und sie lebten happily ever after, na ja, nicht so ganz.

Denn scheinbar mag Where the bloody hell are ya - Lara Cricket nicht so richtig gerne, was an sich wohl nicht sehr schlimm wäre, wenn man nicht während der Spiele lieber Shoppen gehen würde, denn das hingegen kommt in den australischen Medien nicht sonderlich gut an.
Infolgedessen werden Laras ohnehin nicht sonderlich zahlreichen Jobs noch weniger und irgendwann letzten Monats unterschreibt sie bei einem neuen Agenten, ausgerechnet bei dem der für jede 15 minutes of fame in Australien verantwortlich ist - von einer Falschaussage über eine Schießerei vor laufenden TV-Kameras bis hin zu einer Jugendlichenparty, die mit Polizeihelikoptern und Hundestaffeln endet.
Vor ein paar Tagen wird dann plötzlich ein Foto von Bingle veröffentlicht - nackt unter der Dusche - geschossen von (angeblich) Brendan Fevola...

Seit diesem Zeitpunkt überschlagen sich die Nachrichten, die Schlagzeile auf jeder noch so seriösen Tageszeitung, die erste Meldung in allen Nachrichtensendungen.

Bingle zeigt Fevola an, zeigt sich tief verletzt, sogar die stellvertretende Premierminister setzt sich für Bingle ein. Eigentlich könnte sie einem ja Leid tun. Doch das fällt der australischen Öffentlichkeit zunehmend schwer, vor allem seitdem sie den Paparazzi gestern den Mittelfinger gezeigt hat, da sie alleine gelassen werden möchte, einen Tag vorher jedoch ihre Sicht der Story für 200.000 Dollar an die gleiche Zeitung verkauft hat wie angeblich Fevola (mittlerweile glauben einige, dass es in Wirklichkeit sie selbst bzw. ihr Agent war) das Foto und angeblich Affären mit einem Pro-Surfer, einer Kings Cross-(die australische Reeperbahn)-Figur und einem DJ hat.

Michael Clarke leaves New Zealand tour midway at midnight.

Das war die Schlagzeile gestern Morgen. Vice-Captain Clarke lässt die Cricketmannschaft in einer Nacht- und Nebelaktion allein und fliegt zurück nach Sydney zu Lara und damit geht der Spaß erst richtig los, denn plötzlich geht es nicht mehr nur um ein Nacktfoto (auf dem man weniger sieht als auf diversen anderen Fotos von Bingle).
Die Australier sind nämlich pretty damn serious about Cricket. Clarke ist wie bereits erwähnt Vizekapitän und sollte eigentlich mal Nachfolger von Ricky Ponting werden. Dazu muss man sagen, dass es in Australien allgemein heißt, dass die zwei wichtigsten Jobs des Landes Premierminister und Cricketkapitän sind - Reihenfolge nicht festgelegt.


Ab heute fragt nämlich nicht mehr Lara "Where the bloody hell are ya", sondern ganz Australien.


Die Überschriften des Tages

Pup [Clarkes Spitzname] and Lara in a little more than just a love crisis
Your choice Clarkey, Lara or Leadership
Bingle drama puts Clarkes captaincy dream at risk
Clarkes choice: love or leadership
Chappell queries Clarke's claim to captaincy
Time for Clarke to decide on his career path


Wie unschwer zu erkennen ist man sich relativ sicher, dass die Entscheidung Clarkes wie es mit Lara weiter geht sich nicht nur auf sein Privatleben auswirken wird, denn die ideale Cricket-WAG sieht eben so aus - das ganze Jahr über leise im Hintergrund und am Tag der Allan Border Medal (der höchsten Auszeichnung des Sports) mit möglichst wenig Stoff am Körper, damit das Event auch ja ganz groß auf Seite eins ist.

Und da es im australischen Fernsehen etwa alle halbe Stunde während der Werbepause ein news update gibt, weiß ich jetzt auch folgendes.

16:00 - Moving van in front of Clarkes and Bingles Bondi apartement
19:30 - Lara sighted without wearing engagement ring
21:00 - Friends tell 'Clarke ends Bingle relationship'

Na dann... Wenn's keine anderen Probleme gibt... Und ich mach dann das, was mir der Sydney Morning Herald sagt: Just do what comes naturally as pup tails the WAG - laugh

Mittwoch, 10. Februar 2010

Juicy goss

Viel bekommt man fast 17.000 Kilometer entfernt von Hildesheim ja nicht mit, aber die allerwichtigsten Nachrichten natürlich schon...

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Die Vögel sind zurück

Gestern Abend in den Nine News - die Mädels und ich haben es zufällig gesehen und uns tierisch schlapp gelacht :)

VIDEO: Seagull drops in on Hitch

Mittwoch, 23. September 2009

Crazy nature II

Für den Fall, der ziemlich wahrscheinlich ist, da es in Deutschland gerade erst 12 Uhr mittags ist - und ihr noch nicht crazy nature gelesen habt, bitte den vorherigen Post zu erst lesen ;)

Jedenfalls macht ja die verrückte australische Natur sogar in Deutschland Schlagzeilen (Süddeutsche Zeitung), allerdings werden dann doch so manche Sachen ein gaaaanz kleines bisschen aufgepusht. Und das meine nicht nur ich, sondern auch meine Gastmutter, die den Bericht dann auch gleich noch gelesen hat (falls ich es nicht erzählt haben sollte - sie hat ein Jahr in Deutschland als Austauschschülerin gelebt). Aus diesem Grund werde ich mal die falschen Sachen in dem Artikel richtig stellen (da könnte ich eigentlich auch nen komplett neuen schreiben).

1. "Die australische Metropole Syndey kämpft nach einem Sandsturm mit dem Chaos." - Nein! Das Leben geht ihr ganz normal weiter, keine Monsterkäufe und keine Weltuntergangsstimmung.

2. "Der Verkehr ist massiv gestört" - Nein! Die australische Polizei sagt sogar, dass erstaunlich sei, wie gut der Verkehr fließe. Falls der Flugverkehr gemeint ist, könnte stimmen, da die Flüge heute alle Verspätung haben.

3. "Die Sicht ist wegen der Staubwolke über der Stadt so schlecht, dass der Fährverkehr eingestellt werden musste." - Hört sich jetzt dramatisch an und war heute Morgen für etwa zwei bis drei Stunden so.

4. "Bei den Rettungskräften gingen zahlreiche Notrufe von Menschen mit Atembeschwerden ein." - Laut den australischen Rettungskräften hier vor Ort, war das nicht der Fall, weil man heute einfach drinnen geblieben ist, wenn man sowieso Probleme hat und es ebenso, laut Interviews im Fernsehen, wie beim Verkehr erstaunlich war, dass es so wenig Anrufe gab.

Aber wenigstens gibt's noch Hoffnung für mich. "Eine Anruferin beim australischen Fernsehsender ABC sagte, einen solchen Staubsturm habe die Stadt seit 1939 nicht mehr erlebt." Ich, die das ganze Spektakel verschlafen bzw. es als ganz normal abgestempelt hat, komme einfach in 70 Jahren nochmal wieder. Meine Gastmutter lacht übrigens schon den halben Tag deshalb über mich und fragt sich, wann es in den letzten drei Monaten normal war, wenn man morgens um sechs aufwacht und der Himmel blutrot ist... Langsam lache ich auch über mich selber und meine Gastmutter macht sich ein wenig Vorwürfe, weil sie sich fragt, warum sie mich nicht einfach geweckt hat. Next time... Aber wenigstens weiß ich jetzt, wie Nachrichten gemacht werden.

Oder ich nehm einfach den nächsten Flug nach Brissie (wer mir sagt, welche australische Stadt das ist, bekommt ne Postkarte von dort, wenn ich mal dort hinkomme), wo die red blanket, wie die Australier es mittlerweile nennen, derzeit ist. Oder gleich nach Neuseeland. Hab nämlich vorhin im Fernsehen gehört, dass es vor Jahrzehnten so red blanket mal bis dorthin geschafft hat und den Schnee rot gefärbt hat.

Übrigens hab ich mittlerweile einen Pluspunkt meiner Erkältung gefunden: Ich spür den Sand nicht in meiner Nase kribbeln ;)