Sonntag, 8. November 2009

Trackwork is so much fun...

...oder das Abenteuer einer Busfahrt.

Mal wieder war es an diesem Wochenende soweit: Die Bahngesellschaft hatte sich mal wieder überlegt, den gesamten Bahnverkehr zwischen Newcastle und Sydney außer Gefecht zu setzen und stattdessen Massen von Passagieren in Busse zu quetschen, um sie doch noch in die größte australische Stadt zu befördern - zugegebermaßen nicht ganz richtig in meinem Fall, da ich ja in Sydney wohne, aber aus irgendeinem Grund hatte ich irgendwie doch keine Lust die 18 Kilometer bis ins CBD zu Fuß zu laufen.

Also hieß es einen der im fünf bis zehn Minuten Takt fahrenden Busse zu schnappen und sich mit gefühlten 100 anderen Personen in diesen zu quetschen. Natürlich stehenderweise, da Eastwood die vorletzte von (wenn ich sie richtig im Kopf habe) acht Stationen auf dem Weg war.
Endlich im Bus ging dann das Abenteuer los, denn wie schon fast zu erwarten, versuchten die Busfahrer die Zeit der Züge zu einzuhalten, was natürlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht möglich ist, aber dennoch ist es scheinbar einen Versuch wert und dieser Versuch bringt a bunch of ol' memories back...

Als ich da so eingequetscht zwischen Menschen und Taschen im Bus stand, wurde ich den Gedanken an meine Schulzeit einfach nicht mehr los und ich merkte, wie froh ich doch war, dass ich keine (zusammengerechnet wahrscheinlich) Tage mehr zwischen 4Yous und Eastpaks verbringen muss.
Doch das Abenteuer ging erst so richtig los, als der Bus sich in Bewegung setzte. Die Qualität australischer Ortsdurchgangsstraßen erinnert stark an Achtumer selten befahrene Dorfstraßen - auch St. Margareten-Weg genannt. Diese Tatsache gepaart mit dem Kamikaze-Fahrstil australische Busfahrer - "Was, ein Kreisel? Da kann man doch geradeaus durchfahren und das mit 60 km/h!") machte die gesamte Fahrt zu einer schönen Schüttelpartie, die mich widerum an eine Busfahrt in Prag erinnerte, als dort auch die Züge ausgefallen waren.
Wenigstens ist es bis nach Strathfield nicht mehr so weit von Epping, sodass die ganze wunderbare Busfahrt nur 25 Minuten dauerte, was allerdings mich doch wieder freuen ließ, dass die Busfahrt in meiner Schulzeit nur zehn Minuten dauerte.

Dienstag, 3. November 2009

This race truly stopped the nation

Als unwissende Deutsche dachte ich ja nur, dass der Ausdruck 'The race that stops a nation' einfach nur ein Ausdruck ist und nicht wirklich wahr ist, aber damit habe ich weit gefehlt.

Forget NRL! Forget AFL! Forget Cricket!
Forget everything, it's all about the Melbourne Cup!


Das Wichtigste gleich vorweg The winner is Shocking und jetzt von Beginn...
Als ich Allgera heute Morgen zur Schule brachte, gab es im Radio kein anderes Thema als den Melbourne Cup, welche Stars dort sein werden und dass Changingoftheguard aufgrund des nicht-bestandenen tierärztlichen Checks nicht am großen Rennen teilnehmen werden wird. Pünktlich um 10:30 begann die achtstündige Liveübertragung von Channel Seven, einer der drei großen australischen Free-TV-Sender, um sämtliche Vorrennen des großen Preises, der bekanntlich erst um 15:00 AEDT starten würde, auch zu übertragen.

Doch als ich mich um 14:45 auf den Weg zur Schule machte, um Allegra wieder abzuholen, ging es erst richtig los. Hatte es morgens bei den Radiosendern wenigstens noch ab und an ein Lied zwischendurch gegeben, wurde jetzt nur noch über das große Rennen gesprochen und auf welches Pferd welcher Moderator gesetzt hatte.
Und spätestens um 14:59 stellten alle siebzehn empfangbaren Radiosender auf die Liveberichterstattung von der Rennbahn um. Bumm, dann saß ich da und konnte nichts anderes machen, als den Report von einem Pferderennen zu hören, das mich eigentlich nicht wirklich interessierte und als ich mich dann mal umschaute, saßen in allen anderen Autos Mütter und Väter, die wie gebannt auf das Radio starrten und entweder jubelten oder die Hände vor dem Kopf zusammenschlugen, da Shocking gewonnen hatte.
Als wir dann wieder nach Hause kamen und meine Gastmutter uns sah, sagte sie nur "Oh my gosh, you're back?! Then I missed the race" Dazu kann man sagen, dass sich meine Gastmutter (und eigentlich die ganze Familie) herzlich wenig für jeglichen Sport im Fernsehen interessiert.
Als ich darauf antwortete, dass es mir ja gar nicht möglich war, da alle Radiosender (im Übrigen die gleiche) Livereportage brachte, sagte sie "This race stops the nation every year".

Doch damit nicht genug... Als ich mich mit Allegra auf dem Weg zum Aquatic Centre machte, um uns bei den 37°C ein wenig abzukühlen, kam im Radio plötzlich die Wiederholung des Rennens und Allegras einziger Kommentar bei gefühlten 45° im Auto und keiner Klimaanlage "Close the window, I wanna listen to the race."


Ehrlich gesagt, mag ich den Melbourne Cup Day gar nicht mit irgendetwas in Deutschland vergleichen, denn ich bezweifele, dass es etwas vergleichbares gibt, denn es handelt sich dabei nicht um Sport, it's pure Australian culture und so wurden allein in den beiden Bundesstaaten Victoria und New South Wales über 96 Millionen australische Dollar auf das Rennen verwettet, im gesamten Neuseeland 7,5 Millionen und ein glücklicher Wetter aus Perth hat aus $25 mal eben so $230.000 gemacht - vielleicht hätte ich auch mal ein bisschen von meinem Lohn einsetzen sollen, dann könnte ich ganzen restlichen nicht mehr ganz acht Monate nur noch beautiful Australia erkunden...

It's gettin' really hot down under


Heute war's hot (37°), um genau zu sein, ist es immer noch hot (35°) und das um 19:35. Aber da ist für die heißen Temperaturen eigentlich noch zu früh ist, erwartet uns heute Abend noch ein heftiger thunderstorm. Ab morgen sind dann wieder 22°C angesagt und chance of rain, was in Australien immer so viel bedeutet, wie entweder kommen drei Tropfen runter oder es regnet sich für drei Tage so richtig schön ein.
Wollen wir doch mal lieber ersteres hoffen, denn langsam will ich mal, dass der Sommer kommt, denn kalt war mir hier schon oft genug. Aber dennoch sollte man die Sonnencreme mit dem Sonnenschutzfaktor 30 niemals vergessen, als ich nämlich am Sonntag am Strand war, hab ich mir innerhalb von zweieinhalb Stunden und Sonnenschutzfaktor 15 einen leichten Sonnenbrand auf der Außenseite meines rechten Unterschenkels geholt - Ozonloch ahoi!
Dazu passend stehen hier im Wetterbericht des Sydney Morning Herald (und eigentlich auch allen anderen Vorhersagen) immer die voraussichtliche UV-Stärke ;)